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Suchmaschinen-Optimierung Schritt für Schritt: Praxis-Tipps (nicht nur) für Einsteiger

Suchmaschinenoptimierung - Google Pagerank (PR) und Ranking:
Klärung der Begriffe, Irrtümer, Strategien:

Bekannt wurde der Google Pagerank mit Einführung der Google Toolbar, die in Form unterschiedlich langer grüner Balken den Pagerank für jede Webseite grafisch darstellt. Viele Webmaster schauen bei eigenen und fremden Seiten fast wie gebannt auf den grünen Balken und warten gespannt auf das jeweils nächste Pagerank-Update. Wirkt sich ein veränderter Pagerank auf das Ranking aus? Eine Platzierung auf den vorderen Rängen in den Google-Ergebnislisten bedeutet: schneller gefunden zu werden, dadurch mehr Besucher zu haben und (bei geschäftlichen Internet-Auftritten) einen höheren Umsatz zu erzielen.

Pagerank (PR): was ist das?

Der "PageRank (abgekürzt PR) ist ein von Google patentierter Algorithmus, der das Ausmaß der Verlinkung einer Webseite in einen mathematischen Wert umrechnet". So Michael Sattler in seiner lesenswerten Zusammenstellung Pagerank, auf die wir hier verweisen. Letztlich steckte hinter der Erfindung des Pagerank das Ziel, die Bedeutung einer Webseite als Zahl auszudrücken. Die Suchmaschine Google hat aber inzwischen selbst erkannt, daß der Pagerank-Wert nichts über die technischen oder gar inhaltlichen Qualitäten einer Seite aussagt.

Ranking: was ist das?

Als Ranking hingegen wird die Platzierung einer Webseite in den Google-Trefferlisten bei der Suche nach einem bestimmten Suchbegriff (oder nach mehreren Suchbegriffen) bezeichnet. Für das Ranking spielt der Pagerank zwar auch eine gewisse Rolle, viel wichtigere Faktoren sind jedoch gute Onpage-Optimierung und möglichst zahlreiche Verlinkung auf themenrelevanten Seiten. Themenrelevant heißt, daß sich linkende und verlinkte Seite mit dem gleichen Thema befassen und die gleichen Schlüsselwörter verwenden. Wichtig ist auch das Vorkommen des Suchbegriffes im Linktext.

Weit verbreitete Irrtümer über den Pagerank:

  1. Irrtum: Ein Pagerank-Update findet etwa alle drei Monate statt.

    Richtig: Interne Pagerank-Updates finden laufend statt: täglich. Nur die Veröffentlichung der Änderungen findet fand früher ungefähr alle drei Monate statt.

    Das letzte veröffentlichte PR-Update im Dezember 2013 war übrigens von Google nicht beabsichtigt, sondern ein Betriebsunfall. Oder wurde von Google gezielt als Betriebsunfall inszeniert mit dem Hintergedanken, falsche Pagerank-Werte in die Welt zu setzen.

  2. Irrtum: Der öffentlich angezeigte PR einer Seite und der bei Google intern gespeicherte Pagerank stimmen zum Zeitpunkt eines veröffentlichten Pagerank-Updates immer überein.

    Richtig: Der angezeigte PR einer Seite kann vom bei Google intern gespeicherten Pagerank abweichen. Wenn kein öffentlicher PR angezeigt wird, kann dennoch google-intern Pagerank gespeichert sein.

  3. Irrtum: Der Pagerank wird für die vollständige Website vergeben.

    Richtig: Die Domain und alle bei Google erfaßten Unterseiten erhalten jeweils einen eigenen Pagerank. Also: Wenn eine Domain einen Pagerank 3 hat, heißt das noch lange nicht, daß auch die Seite, auf der der Betreiber seine Links ausgebracht hat, Pagerank 3 hat. Letzteres ist äußerst unwahrscheinlich und würde voraussetzen, daß von außen mehrere "deep links" zu der Linkseite gesetzt wurden.

  4. Irrtum: Unterseiten haben immer einen geringeren Pagerank als die Domain.

    Richtig: Es kann durchaus vorkommen, daß Unterseiten einen gleichen oder sogar höheren PR als die Domain haben. Dies ist möglich, wenn mehr externe Links auf die Unterseiten zeigen ("deep links") als auf die Domain.

  5. Irrtum: Wer auf seiner Startseite möglichst viele Banner-Links zu Pagerank-Anzeigediensten einbaut, erhöht durch die Backlinks dieser Dienste seinen eigenen Pagerank.

    Richtig: Diese Banner-Links schwächen die PR-Vererbung von der Domain zu den eigenen Unterseiten. Der PR-Zufluß von außen ist nur äußerst gering, da die meisten Pagerank-Anzeigedienste auf einer Seite 50 oder 100 Links unterbringen, und die PR-Vererbung entsprechend niedrig ist.

  6. Irrtum: Je höher der Pagerank einer Seite, desto besser das Ranking dieser Seite.

    Richtig: Eine Seite mit PR 0 kann bei der Suche nach bestimmten Begriffen in der Trefferliste auf Platz 1 stehen, eine Seite mit Pagerank 4 bei den gleichen Suchbegriffen unter "ferner liefen", denn der Pagerank ist für das Ranking nur einer unter zahlreichen Faktoren.

  7. Irrtum: Der Pagerank gehört dem Betreiber der Domain.

    Richtig: Der Pagerank (auch der öffentlich angezeigte PR) gehört alleine Google und wird dem Domain-Inhaber nur verliehen (im Sinne von: leihweise zur Verfügung gestellt). Wenn der Domain-Inhaber mit Googles Eigentum Schindluder treibt (z. B. Links verkauft), entzieht ihm Google den verliehenen PR.

Der Pagerank als Ranking-Faktor:

Es wurde schon darauf hingewiesen, daß der Pagerank für das Ranking nur einer unter zahlreichen Faktoren ist.

Die Erfahrung zeigt, daß der Pagerank als Ranking-Faktor keine oder kaum eine Rolle spielt, wenn eine Zwei-Wort-Suche oder Mehr-Wort-Suche auf Seiten mit guter onpage-Optimierung trifft, die zudem themen-relevant verlinkt sind. Je höher aber die Gesamtzahl der Treffer ist, und das ist meistens bei Ein-Wort-Suchen der Fall, um so förderlicher ist für eine Platzierung unter den ersten 10 Treffern zusätzlich ein höherer Pagerank-Wert. Ein höherer PR kann beim Google-Ranking aber keine mangelnden Inhalte, ungünstigen Seitenaufbau und fehlende themenrelevante Links ersetzen.

Untersuchungen haben ergeben, daß die meisten Anfragen bei Suchmaschinen inzwischen Drei-Wort-Suchen, Zwei-Wort-Suchen und Vier-Wort-Suchen sind ("Long Tail"-Suche). Wer sich über ein bestimmtes Grillgerät, nämlich den "Lavastein Gasgrill Rhodos" informieren will, wird am ehesten fündig, wenn er nach lavastein gasgrill rhodos sucht. Wer dagegen nach Rhodos sucht, findet irgendwo unter den 1000 Ergebnissen, die Google höchstens anzeigt, auch den Gasgrill, dazwischen aber eine große Menge von unwesentlichen Ergebnissen wie Reise- und Ferienhausangebote, Autovermietungen, Gaststätten mit dem Namen Rhodos usw.

Mögliche Strategien beim Linkaufbau:

Wer selbst vorrangig einen möglichst hohen Pagerank anstrebt, sollte Links von Seiten mit hohem Pagerank sammeln, wobei der Themenbezug der verlinkenden Seite zweitrangig ist. Tatsachen sind immerhin, daß viele Webmaster beim Linkaufbau auf den Pagerank der Seiten achten, auf denen sie verlinkt werden, und daß beim Domain-Kauf und -Verkauf der Pagerank der Domain eine gewisse Rolle spielt.

Wer ein gutes Ranking bei seinen Suchbegriffen, also eine gute Platzierung in den Trefferlisten erreichen will, sollte Links von themenrelevanten Seiten sammeln, wobei der Pagerank der verlinkenden Seite zweitrangig ist (natürlich gilt auch hier: je höher der PR, umso besser). Damit Google die Themenrelevanz wahrnimmt, ist eine gute onpage-Optimierung der verlinkenden und der verlinkten Seite wichtig.

Wie schnell die Suchmaschine Google das Thema und die Schlüsselwörter einer Webseite erkennt, merkt jeder, der Google-Adsense-Werbung einblendet. Man wird davon ausgehen können, daß Google die gleichen Techniken einsetzt, um zu ermitteln, ob linkende und verlinkte Seite themenrelevant sind.

Google: Websitegeschwindigkeit als Rankingfaktor:

Seit einiger Zeit berücksichtigt Google die Websitegeschwindigkeit als einen der (insgesamt etwa 200) Rankingfaktoren. Webseiten mit kurzen Ladezeiten sind seitdem im Vorteil. Einige Stichworte: im HTML-Code keinen unnützen Code-Ballast mitschleppen, CSS-Regeln und Javascript-Code zentral auslagern, die Zahl der Server-Anfragen gering halten, Seiten und andere Elemente komprimiert ausliefern, Layout-Grafiken in Sprite-Dateien zusammenfassen, Bilder netzgerecht verkleinern, das Cache-Verhalten einzelner Dateitypen sinnvoll festlegen ... Auch durch Verzicht auf Scripte von Werbe-Anbietern und fremder Zähler- und Statistikdienste sowie durch Verzicht auf Fratzbuch-Plugins und Google-Webfonts werden Seiten schneller.

Google bietet zum Thema vielfältige Hilfestellung. Hier nenne ich nur die wichtigsten: Hinweise zur Websitegeschwindigkeit, Page Speed Regeln & Tipps und das Werkzeug Page Speed Test. Außerdem im Google-Angebot: das (Open Source) Apache-Modul mod_pagespeed, dessen Nutzung aber die entsprechenden Konfigurationsrechte auf dem Server voraussetzt. - Von einem Dritt-Anbieter gibt es die Page Speed Erklärungen auf Deutsch in der gleichen Reihenfolge wie im Google-Werkzeug Page Speed Test.

Die Yahoo YSlow Browser-Erweiterung ist nicht nur für Firefox, Chrome und Safari, sondern auch für Opera verfügbar :-) YSlow ist ein übersichtliches und leicht bedienbares Werkzeug (auf Englisch). Zumindest die YSlow-Version 3.0.5 für den klassischen Opera (bis Version 12.17) hat eine kleine Macke (wenn man's weiß, kein Problem): Die dynamische Komprimierung einer HTML-Seite über PHP-Codeschnippsel wird zwar erkannt, angezeigt wird aber trotzdem die unkomprimierte Größe. Auf der von mir verlinkten YSlow-Seite finden Sie auch Verweise zu Yahoos Tipps und Regeln für schnellere Webseiten. - Das Werkzeug Webseiten Geschwindigkeits-Analyse eines Dritt-Anbieters liefert (auf Englisch) umfangreiche Testergebnisse zu Serveranfragen, Ladezeit und Speichervolumen. Unter "Advanced Settings" sollte man "Keep Test Private" einstellen, um zu vermeiden, daß die Testergebnisse öffentlich zugänglich werden.

Wer die Websitegeschwindigkeit verbessert, nutzt seine Zeit besser als derjenige, der dauernd auf seinen Pagerank schielt.

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Stand: 08.08.2015 nach oben ©2007-2018 Gösta Thomas